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„Man müsste mal etwas gemeinsam machen.“ Das ist die einhellige Meinung der Teilnehmer bei einem Treffen von fast 30 Stellplatzbetreibern und –betreuern im November 2002 in Steinhude. Eingeladen hatten Jürgen Dieckert, seinerzeit Ressortleiter Reise und Freizeit bei einem renommierten Wohnmobil-Magazin und Heinz Müller, damals Vorsitzender des Verkehrsvereins von Steinhude.

Ein bunt gemischtes Feld war zusammen gekommen, am spätherbstlichen Steinhuder Meer: Kurdirektoren wie Werner Angermüller aus Bad Königshofen, Wirtschaftsförderer wie Iris Klahn aus Dorsten, Touristiker wie Reinhard Soutschek aus dem fränkischen Ebern oder kommunale Angestellte wie Wilfried Wagner, der damals noch als Stauwärter und Stellplatzbetreuer am Schiedersee tätig war.

Das Ziel des Treffens ist eindeutig definiert: natürlich zuerst der Erfahrungsaustausch, dann aber auch das gegenseitige Kennenlernen, denn Touristiker mit einem Stellplatz führen damals noch weitgehend ein Dasein als Einzelkämpfer – Kooperationen sind im noch jungen Wohnmobiltourismus noch so gut wie unbekannt.

Szenenwechsel: Ein Jahr später, im November 2003, wiederholt sich das Treffen. Als Gastgeberin lädt diesmal die Stadt Bad Sooden-Allendorf im Werratal ein, die mit ihrem Stellplatz auf dem Franzrasen zu den reisemobilfreundlichsten Kommunen in Nordhessen zählt. Wieder reisen an die 30 Touristiker und Stellplatzbetreiber aus ganz Deutschland an, wieder moderiert Jürgen Dieckert die Veranstaltung. Und wieder gehen die Teilnehmer auseinander mit dem festen Willen, sich etwas einfallen zu lassen, um gemeinsam besser und attraktiver zu werden.

Gleichzeitig erringt der Wohnmobil-Tourismus auch die Aufmerksamkeit der Wissenschaft. Die Tourismusberatungsgesellschaft project m, Prof Peters und Jürgen Dieckert als Vertreter seiner Fachzeitschrift präsentieren auf der ITB 2003 in Berlin die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Grundlagenuntersuchung zum Reisemobiltourismus in Deutschland. Die Ergebnisse der Studie lassen aufhorchen, der Reisemobiltourismus beginnt, eine größere Aufmerksamkeit zu gewinnen. Konkrete Schritte bei der Vermarktung aber lassen weiter auf sich warten.

Szenenwechsel: ITB 2004. Die Zeit ist reif, die weltgrößte Tourismusbörse in Berlin bringt den Stein ins Rollen. Es beginnt die große Zeit der Kooperationen im Tourismus, und diese Idee setzt ungeahnte Energien frei: Jürgen Dieckert kontaktet Prof. Peters, nach und nach entsteht die Idee einer Marketinggemeinschaft für Reisemobil-Stellplätze auf Grundlage einer gemeinsam definierten Stellplatz-Qualität – nicht nur für die Stellplatzszene eine absolute Neuheit.

Im November 2004 dann der endgültige Durchbruch: Wieder lädt Jürgen Dieckert zum Stellplatzbetreibertreffen ein, und diesmal kommen 28 Stellplatzbetreiber aus ganz Deutschland in Bad Königshofen zusammen, 24 Gründungsmitglieder gehen wenige Wochen später als TopPlatz in die erste gemeinsame Saison.

Sechs Jahre später zählt TopPlatz 63 Stellplätze. Das Stellplatznetz ist nicht nur um einiges dichter geworden, TopPlatz ist seinem Ziel auch ein gutes Stück näher gekommen, ein flächendeckendes Stellplatznetz über die attraktivsten Feriengebiete Deutschlands zu legen. Und noch etwas ist neu: Die Anteile bei den jüngeren TopPlätzen verschieben sich von Jahr zu Jahr mehr zu den privatwirtschaftlich betriebenen Stellplätzen.

Zwar gibt es auch jetzt noch ambitionierte Stellplatzprojekte in kommunaler Hand, die meisten der ehrgeizigen Projekte aber entwickeln private Stellplatzbetreiber - und unter diesen gewinnen Campingunternehmer, die jetzt auch einen separaten Stellplatz führen, zunehmend mehr Raum. TopPlatz leistet damit einen Beitrag dazu, die Gräben der 80er und 90er Jahre zwischen Stellplatz- udn Campingszene zuzuwerfen.
Die TopPlätze in 2010

Sechs neue Mitglieder gesellen sich in der Saison 2010 zum Kreis der Ausgezeichneten Reisemobil-Stellplätze, und damit zählt das Stellplatznetz jetzt 63 Stationen von Schleswig-Holstein bis zu den Alpen. mehr ...
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